Es ist vollbracht: im Deutschen SPIELEmuseum in Chemnitz wurden am Montag die Nominierungen und Empfehlungen zum Spiel des Jahres 2019 bekanntgegeben.

Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des bekannten Spiele-Preises (der dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert), wurde ein kurzer Überblick über alle Spiele gegeben, die dieses Jahr auf der sogenannten Longlist (nominierte und empfohlene) stehen um dann zum Ende dem anwesenden Publikum die Shortlist (nur nominierte) zu präsentieren.

Wie jedes Jahr saß ich auch dieses Mal wieder vor dem PC und habe das Ganze per Stream live verfolgt und auf die Bekanntgabe der nominierten Spiele für das SdJ 2019 gewartet.

SdJ 2019 – Die Nominierungen zum Kinderspiel des Jahres 2019

Vor allem bei den Kinderspielen war ich gespannt, da ich leider in den letzten Monaten nur wenig Zeit hatte mich intensiv mit Neuerscheinungen in diesem Sektor zu beschäftigen. Umso interessanter zu sehen, was die Jury da alles aus dem Hut gezaubert hat:

  • Fabulantica vom Pegasus-Verlag erschien bereits letztes Jahr beim LOGIS-Verlag, den ich sehr schätze, auch wenn nicht alle Spiele hierzulande in die Läden kommen. Wahrgenommen hatte ich dieses Kinderspiel schon auf dem Pegasus-Händlertag im letzten Oktober, aber mich bisher nicht eingehender damit beschäftigt. Der Autor Marco Teubner hat schon einige wirklich gute Kinderspiele gemacht hat (u.a. Leo muss zum Friseur) und weckt daher mein Interesse. Ein Memory-Spiel das mich auf den ersten Blick an eine vereinfachte Version von Sagaland (Ravensburger) erinnert, jedoch hier mit schön gestalteten Reisekarten anstatt Würfeln. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen, da muss man mal sehen …
  • Tal der Wikinger von HABA ist ein nettes Geschicklichkeitsspiel, bei dem eine Kugel angestoßen wird um damit farbige Pöppel in der Mitte des Spielplans umzustoßen. Abhängig von den umgeworfenen Farben werden dann Figuren am Spielplanrand bewegt um die dort abgebildeten Belohnungen zu kassieren (Gold nehmen oder von anderen klauen). Hat HABA irgendwie einen fest zugesicherten Platz auf der Liste? Nicht das das Spiel mir jetzt irgendwie komplett unsinnig erscheint … aber ehrlich jetzt? Wenn DAS Spiel Kinderspiel des Jahres wird, dann werfe ich mein Handtuch!
  • Go Gecko Go! von Zoch erscheint mir der vielversprechendste Kandidat. Zwar erinnert der Spielplan auf den ersten Blick an Da ist der Wurm drin vom gleichen Verlag, das 2011 Kinderspiel des Jahres wurde. Jedoch scheint hier deutlich mehr Spieletiefe drin und eine interessante Mischung bereits bekannter Spielmechaniken: beim Versuch die eigenen 4 Tiere als erster ins Ziel zu bugsieren gilt es mehrere Optionen abzuwägen (Würfeln oder Schieben) und möchte man am besten die gebotenen Mitfahrgelegenheiten nutzen. Störend sind dabei jedoch herabhängenden Äste die einzelne Spielfiguren immer wieder vom Rücken Ihrer Träger schubsen. Das Rezi-Exemplar ist unterwegs und der Review folgt im Juni.
Go Gecko Go! von Zoch

Erneut fällt auf, dass alle drei nominierten Spiele erst für Kinder ab 6 Jahren empfohlen werden. Tatsächlich tut sich auf dem Spielemarkt für jüngere Spieler im Vergleich zur unendlichen Masse an Neuerscheinungen für Familien und Vielspieler relativ wenig … zumindest scheint es so. Tatsächlich erscheinen schon einige Spiele für Kinder im Kindergartenalter, aber die bringen irgendwie nicht so viel Neues oder fokussieren sich zu sehr auf das Drumherum (Haptik) als auf das eigentliche Spielgeschehen.

Ebenfalls auffällig an den Nominierungen: da ist jetzt kein Spiel dabei, das im letzten Spieleherbst erschienen ist. Alle drei nominierten Kinderspiele wurden erst in diesem Frühjahr präsentiert und sind daher auch erst ganz frisch auf dem Markt.

Auf der Empfehlungs-Liste finden sich Spiele wie:

  • Concept Kids: Tiere (Repos) war mein heimlicher Favorit für die Nominierungsliste und hat es dennoch nicht geschafft. Meinen Review zu diesem wunderbaren Party-Lernspiel findet ihr hier.
  • Voll Verwackelt (Queen), das wie alle Queen-Kinderspiele der letzten Jahre vermutlich auch wieder wenig Beachtung finden wird – leider. Auch dieses Spiel will ich mir bei Gelegenheit nochmals genauer anschauen, sieht nach einem spannenden Geschicklichkeitsspiel aus, bei dem auch ein wenig Köpfchen gefragt ist.
  • Magic Maze Kids (Pegasus), das laut Verlag NUR eine Regeleinführung für das echte Magic Maze (nominiert zum SdJ 2017) sein soll und damit in meinem Augen absolute Abzocke ist. Denn ganz ehrlich: der Wiederspielreiz ist hier verschwindend gering, da es im Gegensatz zum großen Bruder keine variablen Spielpläne gibt und die hätten dieser Junior-Variante wirklich gutgetan. So ist man in ca. 30 Minuten durch alle Level einmal durch und fragt sich danach, ob man wirklich irgendwann nochmal von vorne anfangen will.
  • Monster Match (Kosmos) reiht sich ein in eine lange Liste lustiger Reaktionsspiele, die es schon zu Hunderten gibt. Nicht verkehrt, aber auch nicht wirklich innovativ! Wenn man so will eine Variante von Klack! für ältere Kids.
  • Monster Bande (Drei Hasen in der Abendsonne) hingegen klingt schon spannender, da hier eine Junior-TABU-Variante mit Würfeln und vielen verschiedenen Monstern vorliegt, wie ich sie bisher noch nicht gesehen habe. Klingt lustig und ist definitiv einen zweiten Blick wert, auch wenn es derzeit offensichtlich einen kleinen Trend zum Thema Monster gibt.
  • Mit Bauernhof-Bande von HABA steht der einzige Vertreter für die Jüngsten (ab 3 Jahre) auf der Empfehlungsliste, der zudem fast krampfhaft wirkt. Schnell noch was locker einfaches reinpacken … was haben wir denn da so … ach ja , was von HABA. Da fällt mir nix mehr zu ein … Sowas sollte sich die Jury echt sparen, und stattdessen mal so Spiele wie z.B. Li-La-Laut (NSV) dem Publikum präsentieren.
  • Das Spiel Octopus (Djeco) zuletzt erforderte einiges an Recherche meinerseits. Der Djeco-Verlag ist hierzulande vor Allem denjenigen bekannt, die noch regelmäßig in die verstreuten Spielwarenfachgeschäfte gehen. Djeco aus Frankreich macht nämlich nicht nur Spiele, sondern u.a. auch ganz schöne Bastelgeschichten. Dennoch erscheint mir auch hier die Empfehlung etwas überzogen: Octopus sieht im Aufbau zwar nett aus und macht den Kleinen sicherlich auch viel Spaß, aber wirklich neu und innovativ ist an dem Spielprinzip – mit Magneten Fische gemeinsam von A nach B bewegen ohne an den Armen eines 3D-Oktopus aus Holz hängenzubleiben – nun wahrlich nicht.

Umso schöner, dass jetzt mit LOKI (einem Ableger von IELLO) ein neuer Player mit am Start ist. Ich hoffe die Jury berücksichtigt deren Spiele im kommenden Jahr überhaupt, denn das Erscheinungsdatum der LOKI-Spiele ist für den Auswahl-Zeitraum relativ ungünstig gewählt (Mai/Juni). So erscheinen bei LOKI erst jetzt die drei Kinderspiele Zoo Run, Little Battle und Monsieur Caroussel, die alle drei mein Interesse geweckt haben.

SdJ 2019 – Die Nominierungen zum Spiel des Jahres 2019

Aber wechseln wir doch zu den Nominierten für das Spiel das Jahres 2019: hier ein ganz klares JA! von meiner Seite.

  • Für L.A.M.A. (Amigo) hatte ich kurz vor der Bekanntgabe noch den Review begonnen, der hoffentlich bis Ende der Woche fertig wird. Wer hätte gedacht, dass es so ein einfaches und simples Spiel auf die Nominierungsliste schaffen würde. Aber The Mind letztes Jahr war ja auch ganz simpel … auf den ersten Blick. Und so ist es mit dem LAMA auch: ausgepackt und losgespielt. Viele Regeln gibt es hier nicht, aber extrem viel Spaß und LMAA-Momente  .. vielleicht wäre das ja der passendere Titel gewesen ;-).
  • Für Just One (Repos) habe ich hingegen die Rezension schon fertig. Ein ebenfalls wunderbar einfaches Wörter-Rate Spiel, bei dem wirklich jeder mitspielen kann und will.
  • Und die Werwörter (Ravensburger) gehen auch voll in Ordnung, wenn es auch nicht unbedingt mein Spiel ist. Konnte ich den Werwölfen von Düsterwald bisher nicht so viel abgewinnen, wird es durch diese Version nicht wirklich besser. Aber es macht durchaus Sinn ein solches Wörterspiel elegant mit einer App zu verknüpfen und das ist hier wie es scheint ganz gut gelungen. Durch die App kommen immer wieder neue Ratebegriffe in die stets wachsende Datenbank, da kann man sich in Zukunft Erweiterungen sparen und diese in der App implementieren.

Augenfällig bei den Nominierungen und Empfehlungen zum Spiel des Jahres 2019: es fehlen die ganz großen Brettspiele in dieser Kategorie und es gibt mal wieder einen leichten Überhang an “Partyspielen”. Auch bei dem Empfehlungen geht der Trend hin zu einfach und leicht zugänglich:

  • Dizzle (aus der Reihe Klein & Fein von Schmidt) macht wirklich viel Spaß und selbst meine 7-jährige Tochter schafft es schon mich dabei abzuzocken. Jedoch hätte ich mir hier ein anderes Roll & Write Spiel lieber gesehen: Railroad Ink (Horrible Games) oder Welcome To … (Blue Cocker Games) sind beides hervorragende Vertreter ihres Genres und hätten mal ein wenig mehr „Thema“ ins Spiel gebracht. Da bin ich nicht ganz bei der Jury.
  • Krasse Kacke (Pegasus) – DAS Partyspiel schlechthin! Muss man einfach mal gespielt haben. Auch für lustige Erwachsenenrunden als Absacker hervorragend geeignet.
  • Die Spiele aus der Sherlock-Reihe (Abacus) sind Kriminalfälle im Kleinformat, die einen ca. 1 Stunde tief in ein Rätsel ziehen und mit jedem Hinweis der Lösung näherbringen. Thematisch deutlich dichter als z.B. Exit-Spiele, kann man diese jedoch auch nur 1x spielen. Da man hier aber im Gegensatz zu den Exit-Spielen nichts zerstört kann man die Spiele danach weitergeben. Macht Spaß und kann ich durchaus empfehlen!
  • Reef (Plan B) – der inoffizielle Nachfolger von Azul. Ist ganz nett und absolut ok, jedoch fehlt hier tatsächlich die Eleganz eines Azul. Und das Hexenhaus (Lookout) geht in eine ähnliche Richtung und hat mir persönlich besser gefallen.
  • Belratti (Mogel-Verlag) steht auf meiner Wunschliste noch relativ weit oben, das will ich auf jeden Fall nochmal ausprobieren. Ein spannendes Deduktions-Spiel Rund um das Thema Kunstausstellung (im weitesten Sinne) bei dem zwei Teams gegeneinander antreten um gefakte Kunst zu entlarven. Belratti hat bereits auf der SPIEL für einiges Interesse gesorgt und taucht zu Recht hier auf, zumal es von einem Kleinverlag ist und die brauchen dringend mehr Publicity – insbesondere durch solche Empfehlungen!
  • Imhotep – Das Duell (Kosmos) ist die Zwei-Personen-Variante von Imhotep, das  2016 zum Spiel des Jahres nominiert war. Reizt mich persönlich jetzt gar nicht, da ich Vorgänger auch nicht so spannend fand, aber ist ok. Es musste ja schon irgendwie ein 2-Personen-Spiel auf die Liste. Claim (Game Factory) hätte ich mir hier jedoch eher gewünscht, denn das ist ein echt tolles Spiel für zwei.

Ich hätte zudem noch gerne ein echtes Koop-Spiel wie z.B. Fuji (Feuerland) von Wolfgang Warsch auf der Empfehlungsliste gesehen. Aber der bekommt dieses Jahr kein Händchen gereicht … war 2018 wohl doch ein wenig zu viel des Guten. Ebenfalls vermisse ich Spiele wie Meeple Circus (Pegasus), Gizmos (CMON), Cat Lady (Pegasus) oder Solenia (Pearl Games), die international gesehen (Quelle: boardgamegeek.com) ganz gut bewertet werden und ebenfalls im Familien-Spielesektor anzusiedeln sind.

Flügelschlag von Feuerland

Bei den Nominierungen zum Kennerspiel 2019 gab es schließlich für mich keine wirkliche Überraschung:

  • Flügelschlag (Feuerland) wird das Ding machen – keine Frage. Den Review hierzu plane ich ebenfalls noch nächste Woche. So ein schönes Spiel mit wunderbaren Spielmechanismen mit denen man auch Gelegenheitsspieler an den Tisch locken kann. Sieht im ersten Moment etwas komplexer aus, da jeder der 170 Vogelkarten mit diversen Texten und kleinen Bildchen versehen ist. Aber der Spielablauf ist schnell erklärt und dank der wirklich super durchdachten Bildsprache auf den Spielbrettern und Karten schnell verstanden.
  • Carpe Diem (ALEA) von Stefan Feld hingegen sorgt bei Vielspielern für große Begeisterung.  Wenn auch in offensichtlich hässlicher Aufmachung (vielleicht lässt sich Alea ja spätestens mit dieser Nominierung dazu verleiten in einer Neuauflage hier nochmal Hand anzulegen), weiß dieses intelligente Städetebau-Legespiel seinen Charme schnell zu versprühen .
  • Die Nominierung von Detective (Portal) ist auch absolut nachvollziehbar, auch wenn ich der Meinung bin, dass Chronicles of Crime (Corax) das bessere dieser Art Krimispiele ist. Beide Spiele greifen auf den Einsatz von Multimedia zurück: bei Detective wird im Internet nach Hinweisen recherchiert, bei Chronicles mit Hilfe einer VR-Brille Tatorte abgesucht und mit Hilfe von QR-Codes Zeugen/Verdächtige befragt. Nur gibt es bei Chronicles of Crime einen Haken: Corax ist gleich Spieleschmiede ist gleich Spiele-Offensive und das macht es schwer überhaupt an das Spiel ranzukommen. So eine Monopolstellung sollte es im Spielemarkt einfach nicht geben! Das schadet allen: den vielen Einzelhändlern, den Spielefans und den Verlagen, die massiv im Preis gedumpt werden. Ich als lokaler Einzelhändler kotze über solche Zustände und ärgere mich immer wieder … aber das ist ein anderes Thema und verdient einen eigenen Beitrag!

Ebenfalls auf der Kennerliste als Empfehlungen vertreten:

Architekten des Westfrankenreichs (Schwerkraft), Das Tiefe Land (Feuerland), Newton (Cranio Creations) und Paper Tales (Frosted Games/Pegasus) .

Hier stimmt die Mischung und ich denke es gibt zwar noch viele weitere, die hier vertreten sein könnten, aber der Fokus liegt doch auf den Familienspielen und es gibt ja auch noch den Deutschen Spielepreis, für den derzeit abgestimmt werden darf.


Mein Resumee:

Ich hatte jetzt 3 Tage Zeit mir über diesen Beitrag Gedanken zu machen. Vieles was mir zu den Nominierungen einfiel, habe ich hier gar nicht erwähnt. U.a. hat mich eine Aussage von Michael Menzel beschäftigt, der am Montag ebenfalls zu Wort kam: er hat betont, dass ohne die Auszeichnung Spiel des Jahres sein Spiel Legenden von Andor niemals in der breiten Masse wahrgenommen und so ein großer internationaler Erfolg geworden wäre. Wohl wahr!

Ist es nicht an der Zeit auf den einen Preisträger zu verzichten und stattdessen einfach nur eine Liste von 5 – 10 Spielen pro Kategorie zu präsentieren, die dann alle gleichermaßen empfehlenswert sind?

So könnte man der Welt nämlich viel besser zeigen, dass es mehr als nur das EINE Spiel des Jahres gibt, auf das sich dann alle stürzen, dessen Preis massiv verfällt und welches in den Medien massiv promoted wird, ohne das der Rest auch nur ansatzweise Erwähung findet?

Dazu kommt noch was hier auf meinem Blog … zumindest plane ich es mal ;-). Kommentare hierzu sind wie immer gerne gesehen!

4 thoughts on “Spiel des Jahres 2019 – Kommentar zu den Nominierungen

  1. Wenn man sich die Videos von Martin Klein so ansieht, dann wird L.A.M.A. vermutlich das Spiel des Jahres werden. Ich hab es noch nicht gespielt. Mir fehlt da etwas der Reiz. Irgendwann werde ich es mir auf jeden Fall mal ansehen.

    Schade, dass Belratti es nicht auf die Nominierungsliste geschafft hat. Martin Klein hatte sich dazu ganz wohlgesonnen geäußert, mehr aber auch nicht. Für mich wäre Belratti ein absolut würdiger Titelträger gewesen. Ganz viel Spiel in kleiner Verpackung, schnell erklärt, sehr gute Zugänglichkeit und trotz der simplen Thematik sehr viel Abwechslung. Das Spiel kam bisher in jeder Gruppe super an und wird auch nach mehreren Runden an einem Abend (oder Tag) nicht langweilig. Es ist auch immer wieder lustig zu erleben was die Leute mit bestimmten Bildern assoziieren. Sieh es dir unbedingt mal an.

    Bei Magic Maze Kids fehlt es wirklich an Spielplänen für das komplette Spiel. Davon gibt es nur einen und der Rest ist zum Lernen der Spielmechanik. Das ist echt etwas dünn. Schade, dass hier am falschen Ende gespart wurde. Trotzdem macht das Spiel Spaß, man sollte nur zusehen, dass man es nicht zur UVP kauft. Das Problem wiegt aus Erwachsenensicht wahrscheinlich auch schwerer als aus Kindersicht. Ich finde daher, dass du ein wenig zu hart mit dem Spiel in das Gericht gehst, zumal Spiele wie Stone Age Junior da noch viel schlimmer sind. Auch einem Concept Kids kann man, wenn auch in abgeschwächter Form, vorwerfen, dass es nach hinten raus nicht viel bietet. Die Tierkarten erschöpfen sich auch mit jedem weiteren Spiel und das die Namen der Tiere auf den Karten fehlen erschwert den Kindern die Zugänglichkeit. So sehr ich das Spiel auch mag, es kommt aus eben diesen Gründen auch nicht allzu oft auf den Tisch.

    Die Skalierbarkeit ist aber allgemein ein großes Problem bei Kinderspielen. Viele Spiele verstauben inzwischen im Regal, weil sie auf Dauer einfach zu wenig bieten. Schon aus diesem Grund hoffe ich, dass die Jury wieder öfter Kinderspiele auswählt, die einen größeren Lebensabschnitt als Spiele wie Funkelschatz oder Stone Age Junior ansprechen.

    1. Danke für Deinen Kommentar zu Magic Maze Kids, den ich mir nochmal durch den Kopf habe gehen lassen. Seit ich das Spiel besitze haben wir es ganze zwei Mal gespielt, nicht nur weil mir der Wiederspielreiz fehlt sondern tatsächlich auch meinen Kindern. Ich hatte mit meiner Tochter Magic Maze schon gespielt, da war sie gerade mal 6 Jahre alt — ohne Timer einfach so. Das hat ihrt deutlich mehr Freude bereitet als Magic Maze Kids. Meines Erachtens hätte das Spiel noch 4 variable Spielflächen gebraucht, die man beliebig kominieren kann, dann wäre das eine ganz Runde Sache geworden. Aber in der derzeit vorliegenden Form zu dem Preis kann ich eigentlich nur jedem davon abraten Ein SOS Dino von Iello, ein ebenfalls kooperatives Spiel, ist auch nicht wirklich flexibel im Spielaufbau, aber kam schon etliche Male auf den Tisch, insbesondere auch bei meinem fast 4-jährigen Sohn. Wenn ich jetzt also die 25 € für Magic Maze Kids mit den fast 30 € für SOS DIno vergleiche, dann würde ich wirklich jedem zu SOS Dino raten. Zumal SOS Dino auch optisch nochmal einiges hermacht und für Kinder von 4 bis max. 8 Jahren geeignet ist. Eigentlich plane ich schon seit Monaten den Review hierzu, komme aber partout nicht dazu. Vll. schaffe ich es ja doch noch vor den Sommerferien.
      Inzwischen hatte ich auch Gelegenheit mir Go Gecko Go! genauer anzuschauen und werde dazu defintiv eine Rezension schreiben. Muss aber zugeben, dass mir auch hier der Wiederspielreiz fehlt. Wenn ich Go Gecko Go! z.B. mit Spinderella (ebenfalls von Zoch und Kinderspiel des Jahres 2015) vergleiche, dann hatte Spinderella einfach mehr pepp, und das ist jetzt 4 Jahre her. In dieser Zeit ist im analogen Brettspielsektor soooo viel passiert, aber irgendwie kommt das bei den Kinderspielen nicht an habe ich das Gefühl. UND das finde ich so schade, da kann man ja noch nicht mal der Jury die Schuld für geben, wenn die Auswahl nunmal so bescheiden ist. Ebenfalls werde ich das Gefühl nicht los, das insbesondere bei den Kinderspielen die Verlage nach wie vor mit Scheuklappen durch die Gegend ziehen und nicht mal rechts und links schauen, was die Konkurrenz so treibt um Ihre Spiele zu optimieren. Als Beispiel könnte ich hier Mini City von Piatnik nennen. Das hätte wirklich das Zeug zu einem ganz guten Kinder-/Familienspiel. Leider fehlt es an Professionialität beim Regelaufbau und der Spielplangestaltung. Ein wenig Expertise – zur Not externe – würde hier sicherlich helfen und ein wenig mehr Schwung in die Kinderspielbranche bringen.

  2. Belratti soll ja zukünftig über Asmodee erscheinen. Die Kosten für das Spiel sind dabei inzwischen auch erheblich gestiegen. Ich gönne dem Verlag den Erfolg von ganzen Herzen, eine Preissteigerung von 50% ergibt aber einen bitteren Beigeschmack.

    1. In der Tat bin ich auch ein großer Fan kleiner Verlage und verstehe, dass mit der Empfehlung zum Spiel des Jahres Druck entsteht das Spiel in die Breite zu bringen und sich damit mit einem größeren Vertriebspartner zusammenzutun. Ob Asmodee jedoch die beste Wahl war mag auch ich zu bezweifeln, denn eine Vermarktungsstrategie lässt sich für mich nicht wirklich erkennen. Bei Spiel direkt wäre Belratti wohl besser aufgehoben gewesen. Das das Spiel jetzt 15 € kostet sehe ich auch etwas kritisch. Da muss sich zeigen, ob das der Kunde wirklich bereit ist für so ein “kleines Spiel” hinzublättern.

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