Leo hat ein Problem mit seiner Mähne, die ihm von Tag zu Tag mehr über die Ohren wächst. Daher will er dringend zu seinem Stammfriseur Bobo.

Dumm nur, dass er unterwegs so viele alte Bekannte trifft, die ihn in kürzere und längere Schwätzchen verwickeln. Und obwohl Leo morgens um 8 das Haus verlässt, geht die Zeit Ratz Fatz vorbei. Wenn er es nicht innerhalb von 12 Stunden durch den Dschungel schafft, dann kann er am nächsten Tag gerade wieder von vorne beginnen.

Hier ist die Hilfe der Mitspieler gefragt.

 

Bei Leo geht die Zeit immer viel zu schnell vorbei

Leo muss zum FriseurWer Leo durch den Dschungel zu Bobo lotsen will, muss sich genau merken welche Tiere sich auf dem Weg dorthin befinden.

Der Weg besteht aus 30 Plättchen. Die meisten davon zeigen Tiere in 5 Farben. Jedem Tier ist zudem noch eine bestimmte Anzahl von Stunden zwischen 0 und 5 zugewiesen. Mit der attraktiven Löwin quatscht der Leo natürlich am liebsten und längsten ;-).
Zu Beginn des Spiels werden die Wegeplättchen gemischt und verdeckt in einer Reihe (am besten schlängelnd über den Tisch) von Leos Bett zu Bobos Friseurstuhl ausgelegt.

Gespielt wird Reihum. Wer an der Reihe ist darf eine der zu Beginn des Spiels ausgeteilten Karten spielen, auf denen Leo abgebildet ist. Mal läuft er gemächlich (versehen mit dem Wert 1), dann schneller (2-3), bis er schließlich rennt (Wert 4). Die Leo-Karten zeigen ebenfalls die 5 Farben, die auch auf den Dschungelplättchen vertreten sind.

Leo startet in seinem Bett und wird entsprechend dem Wert auf der Karte vorwärts bewegt und das somit erreichte Wegeplättchen umgedreht.

  • Stimmen die Farbe auf der Leo-Karte und dem Plättchen überein passiert nichts.
  • Stimmen die Farben jedoch nicht überein, dann muss die angegebene Stundenzahl auf dem beiliegenden großen Pappwecker vorgestellt werden.
  • Eine Ausnahme bilden die wenigen Wegweiser, bei denen die Uhr nie vorgestellt wird.

Sollte die Uhr auf diese Weise wieder die 8-Uhr-Marke überschreiten, dann werden alle Dschungelplättchen umgedreht, die Karten gemischt und neu verteilt und das Ganze startet von vorne.
Gewonnen hat die Gruppe, wenn Leo es schafft Bobo zu erreichen, bevor 12 Stunden vergangen sind. Leo hat 5 Tage Zeit sich bei Bobo einzufinden, sonst ist das Spiel verloren.

Leo muss zum Friseur kombiniert geschickt viele Spielelemente

Leo ist ein wunderschönes Spiel, das zu Recht auf der Nominierungsliste für das Spiel des Jahres 2016 steht.

  • Regeln und Spielmaterial sind mit viel Liebe zum Detail gemacht. Die Bewegungskarten sind sehr stabil und halten auch schon jüngeren Spielern stand. Das Gleiche gilt für die Leo-Figur, die aus Holz gefertigt. Die bereits verstrichenen Stunden werden auf einem großen Papp-Wecker festgehalten und der Rundenzähler ist Leos Mähne selbst: Mit jedem verlorenen Tag werden die Haare in Form eines Puzzleteils länger.
  • Leo kombiniert Altbekanntes mit einigen schönen neuen Ideen. Die Uhr wird ganz nebenbei gelernt/gelehrt und auch das Thema Zeitmanagement ist für Familien mit Kindern nicht ganz uninteressant (trödelnde Kinder sind glaube ich in jeder Familie ein Thema).
  • Leo ist zudem ein tolles Kooperatives Spiel. Jederzeit sind alle mit im Geschehen, denn einer alleine wird sich wohl nie den kompletten Weg bis zu Bobo merken können. Die Spielregel erlaubt auch explizit, dass sich die Mitspieler untereinander helfen und Tipps geben.

Meine Tochter ist zwar erst 4 Jahre alt, aber sie hat das Spielprinzip auf Anhieb verstanden. Mit ein bisschen Unterstützung meinerseits haben wir es auch beim ersten Spiel direkt in der ersten Runde geschafft Bobo zu erreichen – mit viel Glück und etwas stochastischem Wissen.
Hier ist der einzige Knackpunkt der Regel. Offiziell werden zu Beginn des Spiels alle Bewegungskarten gleichmäßig auf die Spieler aufgeteilt, d. h. es sind alle Karten von Anfang an im Spiel. Da ist es einfach immer die 4er Karten zu spielen und zu hoffen, dass man glücklich auf ein gleichfarbiges Feld tritt, bzw. die Farben zu spielen, von denen bisher schon 2 oder mehr Plättchen aufgedeckt wurden.

Eine leichte Anpassung der Regel gibt dem Ganzen (insbesondere im Spiel zu zweit) etwas mehr Würze: Zu Beginn werden die Karten nicht alle ausgeteilt, sondern jeder Spieler erhält nur 5 Karten. Die restlichen werden auf einem Stapel verdeckt bereitgelegt. Nachdem eine Bewegungskarte gespielt wurde, wird eine Karte vom Talon nachgezogen. Auf diese Weise muss man noch genauer planen, welche Karten man spielt um das gemeinsame Ziel zu erreichen.
Mit dieser Regelanpassung kann Leo übrigens auch wunderbar solitär gespielt werden, falls Mama und Papa mal keine Zeit haben sich mit dem Nachwuchs zu beschäftigen. Eine spannende Denkaufgabe für verregnete Nachmittage, von denen es in diesem Jahr ja bereits reichlich gab.

Und wer die Spieldauer verkürzen und das Spiel für jüngere Kinder vereinfachen will, der kann auch einfach die Wegeplättchen mit der Löwin beiseite legen.

Leo muss zum Friseur gehört sicherlich zu den etwas reizvolleren Memoryspielen bei denen auch Erwachsene gerne mitspielen. Die Idee sich einen Weg zu merken und diesen mit entsprechenden Karten anzusteuern ist jedoch nicht ganz neu: Bereits 2014 stand das Spiel Game Over auf der Empfehlungsliste für das Kinderspiel des Jahres. Etwas abgespeckter und optisch sicherlich nicht so ein Hingucker ist auch dieses Spiel empfehlenswert.

Spieleinfo
Alter: 6+ (4+)
Spieleranzahl: 2 – 5 (ab 1)
Spieldauer: 30 min
Verlag: Abacusspiele
Erscheinungsjahr: 2016
Preis: ~17 EUR

 

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