Wie bereits in meinem Review zu Fabelsaft erwähnt, ist Friedemann Friese ein durchaus umtriebiger deutscher Spieleautor. Das Fabelkonzept von Fabelsaft hat er seit seinem Erscheinen im vergangenen Jahr weiterentwickelt und in Essen dieses Jahr gleich drei neue Spiele vorgestellt, die vom Grundkonzept her alle gleich sind, sich aber im Spielgefühl durchaus unterscheiden.

Alle drei Spiele laufen unter dem Titel Fast Forward und sind Kartenspiele, bei denen die Regeln während des Spiels gelernt werden und sich mit jedem Spiel verändern.

Exemplarisch werde ich hier mal die Festung vorstellen, ein Spiel, das ich bereits mehrfach mit Freunden und Familien anspielen konnte. Weder das einfachste noch das anspruchsvollste der drei Fast Forward Spiele geht es in der Festung darum, eine Burg einzunehmen, anzugreifen und zu verteidigen, um damit das Spiel zu gewinnen.
 

Festung – Zunächst mal nur ein Kartenstapel

Wer die kleine Verpackung von Festung das erste Mal öffnet wird leicht verdutzt schauen: Nur ein eingeschweißter Kartenstapel bestehend aus 90 durchnummerierten Karten. Kein Regelheft?! Und auf der obersten Karte steht direkt mal eine Warnung: NICHT MISCHEN!

Dieser Kartenstapel wird also ungemischt als Nachziehstapel auf den Tisch gelegt und der Startspieler darf die oberste Karte umdrehen um die ersten Regeln vorzulesen.
Festung beginnt zunächst ganz harmlos damit, dass jeder der Reihe nach eine Karte ziehen und auf die Hand nehmen darf. Die Karten zeigen dabei diverse Monster mit verschiedenen Kartenwerten.

Nach kurzer Zeit schon kommen die nächsten Regeln zum Vorschein und es taucht auch die namensgebende Festung auf, die es ab sofort mit den gesammelten Handkarten zu erobern und anzugreifen gilt. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, nur dass es auch noch Sanduhren gibt, die dem Spiel eine relativ kurze Spieldauer bescheiden.

Wer am Ende des Spiels die Festung besitzt gewinnt und legt alle Karten, die am Gewinn beteiligt waren zurück in die Schachtel … diese spielen ab sofort nicht mehr mit.
Für das nächste Spiel werden alle anderen Karten (bis auf die Regelkarten) mit 5 neuen vom Nachziehstapel gemischt und es kann direkt wieder losgehen.

Fast Forward Furch Spielkarten
 

Fast Forward Spiele – Ausgepackt und losgespielt

Allen drei Fast Forward Spielen ist eine Sache gemein: sie bestehen aus einem einzigen Kartenstapel, der zu Beginn auch nicht gemischt werden darf. Es geht direkt los mit Karte 1 und dann wird gespielt … ohne Aufbau und Regellektüre.

Jedes Festung Spiel dauert ca. 15 Minuten, da spielt man gerne mal direkt 4-5 Partien hintereinander, oder auch gleich den ganzen Kartenstapel an einem Abend durch. Da aber nach jedem Spiel andere Karten aussortiert werden und nicht mehr mitspielen und auch immer wieder neue Regeln einfließen, ändert sich von Partie zu Partie das Spielgefühl.

Hat man Festung dann einmal durchgespielt heißt es aber nicht ab in die Ecke damit (wie z.B. bei den ganzen Exit-Spielen, die ja nur 1x gespielt werden können). Zwar kennt man beim zweiten, dritten und vierten Durchspielen die Regeln und der Reiz des Neuen mit den entsprechenden “Aha-Momenten” geht verloren, aber da ja immer andere Karten aus dem Spiel herausgenommen werden, verlaufen die Spiele durchaus unterschiedlich und so macht die Festung auch noch beim x-ten Mal durchspielen Spaß. Vielmehr noch, man kann jetzt tatsächlich Strategien entwickeln, da man ja in etwa weiß, welche Karten wann ungefähr ins Spiel kommen und wie sich Karten kombinieren lassen. Es ist auch interessant zu sehen, wie das Spiel zu zweit ganz anders verläuft als ein Spiel zu viert.

Die Karten haben eine sehr schöne Größe (so groß wie die Ortskaten bei Fabelsaft) und sind auch qualitativ absolut ok. Die Grafik und Farbwahl der Karten gefällt mir ausgesprochen gut und auch die Tatsache, dass jede Monsterkarte am unteren Ende nochmals die Punktwerte für Kombinationen zeigt ist sehr hilfreich. So ergeben sich Regelfragen im Spielverlauf eher selten (meist zu Beginn des ersten Spiels) und selbst wenn, kann man diese auf den wenigen Regelkarten gut nachlesen.

Furcht und Flucht konnte ich leider noch nicht anspielen, habe mir dies aber für die kommenden Wochen fest vorgenommen. Von allen drei Spielen habe ich aber in meinem Spieler-Umfeld bis jetzt nur Gutes gehört und so kann ich es gar nicht abwarten auch endlich mal ein längeres Fast Forward Spiel (Flucht) zu spielen.
Denn obwohl die drei Fast Fortward Spiele vom Grundprinzip her alle gleich sind, unterscheiden sie sich nicht nur in Thema und Optik, sondern auch in der Dauer, Spieleranzahl und dem Schwierigkeitsgrad. Furcht ist das einfachste der Reihe und bereits für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Flucht ist ein kooperatives Spiel, das eher anspruchsvoller ist, was sich auch in seiner Spieldauer von bis zu 75 – 90 Minuten bemerkbar macht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die drei dieses Jahr erschienen Fast Forward Spiele nicht die letzten sein werden und rechne fest mit Nachschub im kommenden Spieleherbst. Aber bis dahin hat man ja mit Festung, Furcht und Flucht einige nette Spiele zur Hand, die auch bei mir sicherlich des Öfteren auf den Tisch kommen werden um den ein oder anderen Spieleabend zu bestreiten.
 

Spieleinfo
Festung:
Alter: 10+
Spieleranzahl: 2 – 4
Spieldauer: 15+ min

Furcht:
Alter: 8+
Spieleranzahl: 2 – 5
Spieldauer: 15+ min

Flucht:
Alter: 12+
Spieleranzahl: 1 – 4
Spieldauer: 75 – 90 min

Alle Spiele sind 2017 beim 2F-Verlag erschienen.

Die beiden Fast Forward Spiele Festung und Flucht wird es ab Dezember auch bei Spielend einfach in Breisach zu kaufen geben. Einfach mal reinschauen und zeigen lassen!

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