Viva Topo und Maskenball der Käfer vom Selecta Verlag wurden 2002 und 2003 mit dem Preis Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet. Beides tolle Spiele, die auch überhaupt nicht in die Jahre gekommen sind.
Letztes Jahr nun hat der Pegasus Verlag sich die Rechte an der Vermarktung gesichert und diese beiden tollen Kinderspiele in neuer Aufmachung wieder auf den Markt gebracht. Ich finde beide super und freue mich rießig darüber, dass sie nach über 10 Jahren wieder einem breiten Publikum zur Verfügung stehen und überall erhältlich sind.

 

Maskenball der Käfer und Viva Topo – zwei völlig verschiedene Spielerlebnisse

In dem im Jahr 2003 ausgezeichneten Spiel Maskenball der Käfer ist Zusammenhalt gefragt, und das auf verschiedene Arten.

Maskenball der Käfer KinderspielEs geht darum die Marienkäfer für den bevorstehenden Maskenball schick zu machen, indem sie sich bunte Punkte aufsetzen. Hier ist die Hilfe aller Mitspieler gefragt, denn schaffen es die Ameisen vorher dort anzukommen, dann haben alle gemeinsam das Spiel verloren.

Am Anfang des Spiels ist jeder Marienkäfer noch eintönig mit fünf kleinen Holzstiften in einer Farbe ausgestattet. Diese sollen nun möglichst clever mit denen der anderen Marienkäfer ausgetauscht werden. Ist ein Marienkäfer komplett verkleidet (d.h. hat er Punkte in 5 verschiedenen Farben), darf er schon mal vor auf die Party.

Ob nun Marienkäfer oder Ameise am Zug ist, steuert ein Drehpfeil in der Mitte des Spielplans.

  • Zeigt der Pfeil auf einen Marienkäfer, so darf dieser mit einem anderen Punkte tauschen, aber nur, wenn der auch will. Dreht sich der andere nämlich weg, wird es nichts mit Punktetausch und der nächste Spieler ist an der Reihe. Sollten die beiden sich jedoch mögen, werden Punkte der eigenen Farbe (angezeigt durch die Farbe des Blattes) getauscht und der Marienkäfer darf sein Glück nochmal woanders versuchen.
  • Zeigt der Pfeil jedoch auf eines der kleinen grünen Blätter zwischen den Blütenblättern auf denen die Marienkäfer sitzen, so darf eine Ameise sich Richtung Party aufmachen.

Die Zuneigung der Marienkäfer zueinander wird durch kleine Magnetstifte an der Vorderseite der Marienkäfer gesteuert. Jeder Käfer hat genau 4 Partner mit denen er tauschen kann.

Da ist Konzentration und scharfe Beobachtungsgabe bei den Mitspielern gefordert, sonst gewinnen die Ameisen das Spiel.

 

Bei Viva Topo hingegen geht es darum, möglichst viel Käse mit den eigenen Mäuschen zu sammeln und dabei nicht von der Katze erwischt zu werden, die im Haus ihre Runden zieht.

viva topo kinderspielZu Beginn befindet sich die komplette Mäusefamilie (4 Mäuse) eines jeden Mitspielers in den heimischen vier Wänden. Per Würfelwurf dürfen diese sich auf den Weg ins Schlaraffenland begeben, der Würfel zeigt hierfür 1 – 5 Punkte.

Zeigt der Würfel jedoch die Katze, dann darf diese sich auf die Jagd machen.

Beide Parteien (Mäuschen und Katze) laufen hierbei ein- bzw. zweimal um den Spielplan. Die Katze startet ein paar Felder hinter dem Startfeld der Mäuschen. Zunächst ist sie noch ganz gemächlich unterwegs und läuft jeweils nur ein Feld weiter. Aber in der zweiten Runde gibt sie richtig Gas und rückt zwei Felder vor.

Rückt die Katze einer Maus auf die Pelle, kann diese Versuchen sich in eines der vier Schlupflöcher zu sichern. Erreicht die Katze jedoch das Feld, auf dem ein oder mehrere Mäuschen stehen, so sind diese gefangen und raus aus dem Spiel.

Einen ganzen Käselaib bekommt man im Schlaraffenland am Ende der Strecke, aber auch in den Schlupflöchern unterwegs gibt es schon einen Teil des Käses. Je näher dieses Schlupfloch dem endgültigen Ziel ist, desto größer das Käsestück. Denn Mäuse, die sich vor der Katze in Schutz gebracht haben, dürfen nicht mehr raus auf die Piste und müssen sich mit dem Stückchen zufriedengeben, das sie im Schlupfloch gefunden haben.

Das Spiel ist zu Ende sobald alle Mäuschen entweder im Schlaraffenland oder in einem der Schlupflöcher untergekommen sind. Dann werden die Käseecken gezählt. Der Spieler mit dem meisten Käse hat gewonnen.

 

Viva Topo und Maskenball der Käfer – beides super Spiele für Kindergartenkinder ab 4 Jahren

Sowohl Viva Topo und Maskenball der Käfer haben mir auf Anhieb super gefallen.

Bei Maskenball der Käfer wird mit einem kleveren Magnetmechanismus gesteuert, welche Marienkäfer sich mögen und welche nicht. Wer da genau aufpasst und geschickt kombiniert, der kann schon abschätzen wohin ein Marienkäfer noch muss. Aber das fällt selbst mir und auch meiner Tochter noch sehr schwer. Daher ist es immer wieder ein schönes Erlebnis zu sehen, ob man den Marienkäfer zum richtigen Partner geschickt hat und die beiden sich miteinander “verbinden”. Und wenn dann die Ameisen zum Zug kommen wird übel geschimpft. Gewinnen und Verlieren hält sich bei uns die Waage. Das Spiel ist jedoch zu lang um direkt noch eine zweite Runde anzuschließen.

Viva Topo hingegen ist ein spannendes Würfel- und Laufspiel, bei dem man stets abwägen muss, ob man vorzeitig aussteigt oder den Versuch wagt bis zum Schlaraffenland zu kommen. Zu Anfang war meine Tochter von der bösen Katze noch nicht so angetan, wir haben dann kurzerhand ohne Katze gespielt. Inzwischen darf aber auch die Katze mitspielen, dadurch hebt sich das Spiel dann auch von anderen Würfel- und Laufspielen ab.

Die Aufmachung der neuen Pegasus-Version gefällt mir ausgesprochen gut und ist für Kinderhände bestens geeignet:

  • Die Spielfiguren werden nach wie vor von Selecta hergestellt, d.h. sie sind aus Holz und die Verarbeitungsqualität ist 1A. Allerdings wurden bei den Mäuschen aus Viva Topo die Filzohren durch Plastikohren ersetzt – sieht weniger schön aus, hält dafür aber vermutlich länger. Die Marienkäfer habe im Vergleich zur älteren Version keine hervorstehende Nase mehr, die Magnetstifte sind komplett im Käfer eingelassen. Das sieht einfach netter aus.
  • Der Spielplan für Maskenball der Käfer wurde sinnvoller eingeteilt. In der alten Ausgabe befand sich das Loch für die Drehnadel noch in der Mitte des Spielplans und musste bei jedem Abbau wieder entfernt werden. Jetzt kann diese einfach im Spielplan verbleiben.
  • Die Spielanleitungen sind mit viel Liebe zum Detail gemacht. Da bleibt keine Frage offen und nett anzusehen sind die Regelhefte auch noch.
  • Preislich befinden sich die Spiele im höheren Preissektor, was aber angesichts des Materials mehr als vertretbar ist. Wer Glück hat findet nach wie vor auch noch ein Spiel in alter Aufmachung von Selecta. Die kosten ungefähr genausoviel wie die neuen. Ist dann Geschmackssache was einem besser gefällt.

Der Pegasus-Verlag hat übrigenss weitere ehemalige Selecta-Spiele in Planung bzw. schon herausgebracht (z.B. Zoowaboo). Ich halte Euch da weiterhin auf dem Laufenden.

Und nun viel Spaß beim spielen!

Spieleinfo (für beide Spiele):

Alter: 4+
Spieleranzahl: 2 – 4
Spieldauer: 20 – 30 min
Verlag: Pegasus
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: ~ 23 €

3 thoughts on “Kinderspiel des Jahres Reloaded

  1. Viva Topo haben wir uns letztens auch gekauft. Ein wirklich schönes Laufspiel mit einer angenehmen Prise Taktik. Die taktische Note bedeutet aber auch, dass das Spiel nicht unbedingt für jedes 4jährige Kind schon geeignet ist.

    Ich bin allgemein ein Fan der Selecta Spiele. Viva Topo, Piratissimo, Turi-Tour und Kullerei mit Drachenei liegen bei uns schon rum und sind alles empfehlenswerte Spiele mit qualitativ hochwertigen Spielmaterial. Da ist es sehr erfreulich, dass Pegasus die Spiele noch mal neu auflegt, denn es wäre sehr schade gewesen wenn die vom Markt verschwinden würden. Für Weihnachten haben wir schon Rettet den Märchenschatz und Zoowaboo besorgt. Da freu ich mich auch schon darauf die mit unserem Jungen auszuprobieren.

    1. Ja Zoowaboo haben wir auch schon eine ganze Weile und kommt bei uns auch immer wieder gerne auf den Tisch. Theoretisch plane ich dazu auch noch einen Beitrag — dummerweise kommen dann doch immer wieder andere neuere Spiele dazwischen. Aber evtl. ergibt sich Anfang des kommenden Jahres mal die Gelegenheit dazu …

      1. Man kann ja auch nicht alles abhandeln. Hier werden schon sehr viele Spiele ausführlich vorgestellt und kritisiert, welche woanders kaum beachtet werden. Es geht halt nicht alles. Deshalb kommentiere ich hier auch immer mal etwas ausführlicher, damit andere Leser des Blogs noch den einen oder anderen ergänzenden Hinweis bekommen.

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