Marco Teubner ist scheinbar der Kinderspieleautor der Stunde. Nachdem er letztes Jahr für sein Stone Age Juior den begehrten Preis „Kinderspiel des Jahres“ in Empfang nehmen durfte, habe ich von HABA bereits zwei Spieleneuheiten von ihm in Händen, die ich beide wirklich richtig toll finde: Tiny Park und Lumina.

Beide Spiele sind sehr unterschiedlich und bekommen daher beide einen eigenen Review … beginnen werde ich mit Tiny Park. Das Spiel ist quasi druckfrisch und wir hatten dennoch schon einige Male die Gelegenheit es zu spielen. Es geht wirklich schnell und allein schon das Thema Freitzeitpark macht das Spiel für Klein und Groß interessant.
 

Tiny Park – Kniffel meets Tetris

Der Tiny Park wächstBei Tiny Park erinnert Vieles zunächst an das altbekannte Kniffel: es liegen 5 Würfel bereit, die Reihe um bis zu max. 3 Mal gewürfelt werden dürfen.

Im Anschluss darf der Spieler sich ein Attraktionsplättchen aus der Auslage nehmen und auf seinen Plan legen, vorausgesetzt die Würfel zeigen eine der geforderten Kombinationen aus Attraktionen. Danach darf das Attraktionsplättchen bis zu Spielende nicht mehr verschoben werden.

Es stehen stets 6 Plättchen in 6 verschiedenen Formen und Größen zur Auswahl, die zu Beginn gemischt und dann nach Form/Größe sortiert in 6 Stapeln bereitgelegt werden. Die Attraktionen sind 1 – 4 Felder groß und haben unterschiedliche Formen (Rechtecke, Winkel, T-Form und Quadrat).

Ziel ist es als erster seinen Freizeitpark (bestehend aus einem Ablagefeld aus 4×5 Quadraten) fertigzustellen, indem man die Baufläche komplett mit Attraktionen zupflastert.
 

Tiny Park – vergesst Kuh & Co.

Tiny Park hat für mich eine wichtige Lücke geschlossen. Nicht ohne Grund habe ich schon vor gut einem Jahr eine Spielevariante für das relativ bekannte Spiel Kuh & Co. veröffentlicht. Da hat für mich nämlich Einiges gefehlt … und Tiny Park bettet das bekannte Kniffel-Prinzip nicht nur schön ein, sondern ergänzt es auch noch durch ein tolles Legespiel.

Hier wird nicht einfach nur gewürfelt. Mit jedem Wurf versucht man ein optimales Plättchen für seinen wachsenden Freizeitpark zu ergattern und geht dafür auch gerne mal ein Risiko ein. Denn gewinnen wird nur derjenige, der seinen Park komplett bestückt hat und als erster eröffnet. Hier trifft (kalkulatorisches) Würfelglück auf optimale Plättchenauslage und das gefällt mir außerordentlich gut.

Würfel sind immer glückslastig, aber hier habe ich zumindest die Auswahl aus 6 verschiedenen Plättchen (zumindest zu Beginn, wenn noch viel Platz auf dem Ablagefeld ist). Daher kommt es selten vor, dass man gar kein Plättchen bekommt. Es kann aber auch passieren, dass man sein letztes Quadrat nicht besetzt bekommt, weil man einfach nicht das für das 1er-Plättchen passende Symbol würfelt. Hier können Rückstände aufgeholt werden und auch das merken die Kinder ganz schnell und bleiben bis zum letzten Wurf am Ball.

Hinzu kommt die Knappheit der Plättchen. Bei zwei Spielern fällt diese nicht wirklich ins Gewicht, da sind in der Regel von allen Sorten genug da. Aber spätestens mit 3 Spielern können zum Ende hin einige Plättchensorten ausgehen … und da ist Planung und Vorausschau gefragt. Zum Glück gibt es die Regelvariante, dass Attraktionen später auch noch verschoben werden dürfen. Diese Variante sollte immer dann zum Einsatz kommen, wenn mit jüngeren Kindern gespielt wird, die diese vorausschauende Spielweise nicht beherrschen. Hier kann man dann auch schön das Level Erwachsener vs. Kind anpassen. Erwachsene dürfen natürlich NIE ihre Attraktionen neu positionieren ;-).

Zudem macht es Kindern einen großen Spaß ihren eigenen kleinen Freizeitpark wachsen zu sehen, auch wenn die Attraktionen sich immer wiederholen. Und so sehen die Parks dann am Ende auch sehr unterschiedlich aus.

Auch das gebotene Material ist für den Preis mehr als in Ordnung. Plättchen und Spielfelder sind aus stabiler Pappe. Die Symbole der Würfel können einfach den Symbolen auf den Plättchen zugeordnet werden. Die Würfel sind wie bei HABA üblich aus Holz und etwas größer als normale Standardwürfel. Lediglich die Würfel zu bekleben finde ich nicht so prickeln. Aber zum Glück hat HABA hier mitgedacht und direkt eine Reihe Ersatzaufkleber mitgeliefert. Denn sofern man nicht daran herumknibbelt sind die Aufkleber ziemlich fest am Würfel und gehen nicht einfach wieder ab.

Grundsätzlich steckt in Tiny Park nichts Neues. Aber für Kniffel-Fans ist es eine absolute Empfehlung und wirklich viele gelungene Legespiele für die jüngere Generation gibt noch nicht. Außerdem ist das Spiel herrlich klein und in wirklich kurzer Zeit gespielt. Da schließen sich gerne noch ein bis zwei Revancherunden an. Das perfekte Spiel für den kommenden Sommerurlaub – ab in die Ziptüte und rein in den Koffer!

Eigentlich bin ich ja von den Noten weg, aber Tiny Park würde ich glatt 9 von 10 Punkten geben.
 

Spieleinfo
Alter: 5+
Spieleranzahl: 2 – 4
Spieldauer: 10 – 15 min
Verlag: HABA
Erscheinungsjahr: 2017


Tiny Park
habe ich bereits ins Spielend einfach Programm aufgenommen.

One thought on “Tiny Park – Ich würfel mir ‘nen Freizeitpark

  1. Uns hat das Spiel nicht so gut gefallen. Es ist zwar definitiv nicht schlecht, die einzelnen Elemente fanden wir woanders aber besser umgesetzt. Beim Kniffeln ließen sich die bunten Bilder auf den Würfeln nicht immer gut erkennen. Wenn man Pech hat und die Auslage zeigt nur wenige Symbole (wir hatten mal fast nur Zirkuszelte ausliegen), dann kann man sich auch mal etwas festspielen. Im Bezug auf den Lege-/Puzzlemechanismus war z.B. ein Gelini Nightlife (welches bestimmte Mechaniken übrigens schon vor Patchwork verwendete) wesentlich spannender und ausgeglichener gestaltet, ohne dabei kompliziert zu sein.

    Tiny Park ist isoliert betrachtet, definitiv ein ordentlichen Spiel. Im Vergleich zu anderen Titeln lässt es aber Federn, so dass sich bei uns eher durchschnittlicher Spielspaß einstellte.

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