Wenn ich mir anschaue, welche Spiele ich in den letzten zwei bis drei Jahre am häufigsten gespielt habe, dann gehört Splendor von den Space Cowboys definitiv ganz weit oben auf die Liste.

Splendor überzeugt mit hochwertigem Material und genial einfachen Regeln. Das Sammeln von Edelsteinen fesselt die Spieler von der ersten Minute an. Dabei entwickelt sich in diesem leicht zugänglichen Taktikspiel recht schnell ein Wettlauf: Wer erreicht als Erster die zum Sieg nötigen 15 Punkte?

Das ist packend, garantiert in jeder Partie Spannung bis zum Schluss und lädt zur sofortigen Revanche ein.

 

Splendor – Stets die Gegner im Auge behalten

SplendorUm eine Partie Splendor zu spielen bedarf es nicht viel Vorbereitung:

Zunächst werden die optisch höchst ansprechenden Spielchips nach Farben sortiert (weiß, rot, blau, grün, schwarz und gelb) gestapelt und bereitgelegt. Die Spielchips sind die Edelsteine, die man im Laufe des Spiels sammelt um sich Karten aus der Auslage kaufen zu können.
Dann werden die Karten nach Rückseite (I – III) sortiert und in ebenfalls in drei Stapeln bereitgelegt. Von jedem der drei Kartenstapel werden anschließend die obersten vier Karten aufgedeckt und in jeweils einer Reihe ausgelegt.
Hinzu kommen zufällig gezogene Adlige (jeweils einer mehr als Mitspieler), die Sonderpunkte liefern.

Wer am Zug ist hat folgende Handlungsmöglichkeiten:

  • Entweder drei verschiedene Edelstein-Chips aus dem Vorrat nehmen (dies müssen dann aber drei komplett unterschiedliche sein, z.B. schwarz, grün und rot)
  • Zwei gleiche Edelsteine nehmen (vorausgesetzt der Stapel besteht noch mind. aus vier Chips)
  • Eine Karte aus der Kartenreihe kaufen (gegen Abgabe von Chips bzw. Nutzung bereits erworbener Karten)
  • Eine Karte aus der Kartenreihe reservieren und einen Joker Chip (gelb) erhalten, falls noch vorhanden.

Zu beachten ist, dass man stets nur 10 Chips (inkl. Joker) besitzen sowie max. 3 reservierte Karten auf der Hand halten darf.

Karten die man bereits erworben und vor sich ausliegen hat, zählen beim Erwerb weiterer Karten als Edelsteine der entsprechenden Farbe und reduzieren somit deren Kosten.

Beispiel: Eine Karte aus der zweiten Reihe bringt 2 Siegpunkte, kostet aber 2 grüne, 3 blaue und 2 weiße Edelsteine. Besitzt man bereits 2 grüne, 1 blaue und 1 weiße Karte, so muss man nur noch 3e Chips abgeben: 2 blaue und einen weißen.

Hat man die Bedingung für einen der Adligen erfüllt (durch das Sammeln von Karten gleicher Farben, z.B. 3 rote, 3 grüne und 3 blaue), erhält man diesen am Ende seines Zuges.
Siegpunkte enthält man entweder über Karten (je höher die Kartenreihe, desto mehr Punkte, da wertvoller) oder über die Adligen. Reihum wird nun gespielt, bis ein Spieler 15 Punkte erreicht hat. Dann wird die laufende Runde (stets gerechnet vom Startspieler) noch zu Ende gespielt und wer dann die meisten Punkte hat, hat das Spiel gewonnen.
 

Splendor – Sammelspiel mit taktischem Tiefgang

Was jedem bei Splendor sofort auffällt sind die massiven Spielchips: selten hat man so tolle Chips in der Hand (außer beim Pokern oder im Spielcasino). Sicherlich hätte man auch Plastik-Kristalle wählen können, aber die Chips sind 100-mal schöner. Zudem lassen sie sich einfacher stapeln.

Die Spielregeln von Splendor sind denkbar einfach: Edelsteine in Form von Spielchips sammeln, gegen Karten tauschen, Punkte sammeln und gewinnen. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht.
Spannend wird das Spiel immer dann, wenn einige Farben lange Zeit nicht in der Kartenauslage auftauchen, oder auch viele Züge gemacht werden, in denen keine Karten aus der Auslage gekauft werden. Dann wird der Vorrat an Chips extrem knapp und alle Spieler sind i.d.R. am oberen Limit.

Handlungsoptionen gibt es eigentlich immer, selten aber die eigentlich geplanten. Gerne werden auch Karten reserviert oder gekauft, um den Folgespieler zu ärgern. Dahingehend ist Splendor extrem interaktiv. Zwar sammelt theoretisch jeder für sich die Edelsteine und kauft Karten, bis er 15 Punkte zusammen hat. Aber oft genug wird am Tisch geschimpft und gestöhnt, weil einem der Vordermann den geplanten Zug vermasselt hat. So kommt es auch nicht selten vor, dass der Endspurt extrem knapp wird. Oft fehlt nur noch ein Zug und man hätte selbst der Gewinner sein können. Stattdessen hat ein anderer den entscheidenden Zug getätigt.

Natürlich gehört auch ein wenig Glück zu diesem Spiel, aber meiner Meinung nach überwiegt der Taktikanteil. Man muss nur in der Lage sein flexibel auf die Kartenauslage zu reagieren. Selten kann man bereits zu Spielbeginn ein feste Route/Strategie verfolgen … und wenn doch, dann haben die Mitspieler gepennt.

Gut gelungen ist auch die Anpassung der Spielchips und Adligen an die Spieleranzahl, wodurch Splendor auch bei nur zwei Spielern zu überzeugen weiß. Jedoch sollte hier der nicht zu verleugnende Startspielervorteil dadurch ausgeglichen werden, dass der zweite Spieler zu Beginn einen Joker-Chip erhält.

Splendor stand 2014 nicht ohne Grund auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres. Meiner Meinung nach hätte es den Preis auch verdient, aber dafür hat dann wohl das thematische Gerüst gefehlt.
 
Spieleinfo:
Alter: 10+
Spieleranzahl: 2 – 4
Spieldauer: ~ 30 min
Verlag: Space Cowboys
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: ~ 21 EUR

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