Der Verlag Iello aus Frankreich macht optisch wunderschöne Spiele. Eines meiner persönlichen Top 10 Spiele aller Zeiten ist King of Tokyo – ursprünglich ebenfalls bei Iello erschienen.

Die Cartoon-Grafiken der Spiele stechen aus der breiten Masse der Brettspiele hervor und auch spielerisch haben die meisten Iello-Titel einiges zu bieten. So verwundert es nicht, dass mich auch Sea of Clouds auf voller Linie überzeugt hat. Zumal ich ein Faible für sogenannte Push-Your-Luck Spiele habe.
 

Sea of Clouds – Zugreifen oder weiterziehen?

Bei Sea of Clouds gibt es vier Arten von Beutekarten, die es gilt im Laufe des Spiels möglichst passend zu sammeln:
Rum (gelbe Rückseite), Relikte (blau), Gegenstände (grün) und Piraten (rot).

Zu Beginn des Spiels werden alle Beutekarten gemischt und dann drei verdeckt auf die drei Spalten des Haupttableaus gelegt. Diese drei Kartenreihen stellen für den Rest des Spiels die Beuteanteile dar, die es zu erbeuten gilt.

Sea of Clouds von IelloJeder Spieler erhält ein eigenes Käpt’n Tableau zur Ablage der Beutekarten sowie 3 Golddublonen (= Siegpunkte).

Wer am Zug ist, darf sich nun die Spalten der Reihe nach ansehen, beginnend bei Spalte 1.
Entscheidet er sich dafür die Karten (=Beute) zu behalten, dann nimmt er diese an sich und legt sie passend an sein eigenes Käpt’n Tableau. Dabei werden alle erbeuteten Karten offen ausgelegt, mit Ausnahme der geheimen Gegenstände, die am Ende des Spiels Siegpunkte abhängig von anderen Karten bringen. Danach wird die nun leere Spalte wieder mit einer Karte vom Beutestapel bestückt und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Entscheidet sich der Spieler jedoch gegen den Beuteanteil, dann wird die oberste Karte vom Beutestapel hinzugefügt und der Spieler kann sich den nächsten Beuteanteil ansehen. Sollten bereits 3 Karten ausliegen, wird eine Dublone hinzugefügt um die Beute für die kommenden Spieler noch schmackhafter zu machen.

Sollte keiner der 3 ausliegenden Beuteanteile zugesagt haben, zieht der Spieler die oberste Karte vom Beutestapel und fügt diese seiner Auslage hinzu.

Waren alle Spieler einmal am Zug, rückt das Schiff auf dem Haupttableau ein Feld weiter und die nächste Runde beginnt.

Das Spiel wird über eine bestimmte Anzahl Runden gespielt (abhängig von der Spielerzahl), bei denen es gelegentlich auch zu einem Kräftemessen zwischen den Kapitänen kommt (insgesamt 3x im Spiel). Am Ende dieser speziell markierten Runden treten die angeheuerten Piraten gegeneinander an und versuchen den Nachbarspielern (links und rechts) wertvolle Beute zu stehlen.

Hierzu wird die Summe der Kampfstärke aller Piraten verglichen. Jeder Pirat verfügt über spezielle Fähigkeiten, die zum Einsatz kommen, wenn man einen Kampf gewonnen hat.
Nachdem alle Piraten ausgewertet wurden, werden diese abgeworfen und es gilt für die nächste Kampf-Phase neue gemeine und starke Piraten anzuheuern.

Sobald die letzte Runde gespielt und auch das letzte Kräftemessen ausgewertet wurde, werden nun alle Siegpunkte gezählt und gewonnen hat der Kapitän mit den meisten Punkten.

Siegpunkte bei Sea of Clouds gibt es für:

  • Golddublonen – je einen Punkt wert
  • Rum und Relikte – je mehr von einer Sorte, desto besser. Hier kann es aber auch Minuspunkte hageln, falls man nicht genug von einer Sorte sammeln konnte.
  • Gegenstände – bringen Punkte abhängig von anderen Karten und oft auch Mehrheiten, z.B. Rum, Relikten oder auch Golddublonen

 

Sea of Clouds – Geschicktes Sammeln und Bluffen

Sea of Clouds ist eines dieser typischen Push-Your-Luck Spiele, bei denen man nicht immer sicher sein kann, ob man nicht doch besser hätte zugreifen sollen.
Durch die Rückseite hat man immer eine ungefähre Ahnung wie sich der Beutestapel zusammensetzt, aber nicht alle Karten sind gut. Es gibt auch Karten die gar nichts wert sind bzw. am Ende des Spiels Minuspunkte bringen.

Manche Karten erschließen sich vielleicht beim ersten Spiel nicht direkt (insbesondere die Gegenstände und Fähigkeiten der Piraten). Hier hilft aber ein Blick auf die Rückseite der Anleitung, auf der ein paar Karten im Detail beschrieben und auch nochmal alle Symbole erklärt werden. Nach 1 – 2 Partien sollten dann auch keine Fragen mehr offen sein.

Die Regel ist sehr verständlich und anschaulich geschrieben. Zunächst werden die Karten beschrieben und erst im Nachgang die eigentlichen Spielregeln.

Eigentlich gefällt mir bei Sea of Cloud ziemlich viel, bis vielleicht auf die Spieldauer. Man sollte sich bei der Auswahl der Karten und Entscheidungsfindung nicht allzu viel Zeit lassen, sonst kann die Spannung etwas abfallen. Aber wenn alle am Tisch bereit sind zügig zu spielen und sich schon im Vorfeld Gedanken über evtl. passende Beuteanteile zu machen, dann sollte auch das kein Thema sein.

Am Spielmaterial selbst gibt es nun wirklich nichts auszusetzen. Die Karten sind hochwertig und auch die restlichen Spielmaterialien sind aus sehr stabiler Pappe. Die Ablagepläne sind extrem stabil und es gibt auch einen Wertungsblock (bei Iello übrigens Standard). Die Grafiken sind wie eingangs erwähnt fantastisch und insbesondere die Piraten charmant gezeichnet.
Es gibt in meiner Sammlung einige Push-Your-Luck Spiele, die alle ihren eigenen Charme und Spielreiz besitzen. Sea of Clouds nehme ich gerne in diese Sammlung mit auf und werde es sicherlich immer gerne wieder auf den Tisch bringen.

Haltet die Augen nach Iello-Spielen offen, denn ab 2017 wird Iello verstärkt Spiele auch in deutscher Sprache vermarkten und es wird dann einige wirklich tolle Spiele geben. Unter anderem Neuauflagen der beiden ausgezeichneten Spiele Niet und For Sale, die ich dann zu gegebener Zeit ebenfalls vorstellen werde.
 

Spieleinfo
Alter: 10+
Spieleranzahl: 2 – 4
Spieldauer: 40 min
Verlag: Iello
Erscheinungsjahr: 2016

Auch Sea of Clouds habe ich im Programm von Spielend einfach. Einfach mal reinschauen!

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