Als Mutter zweier Kinder kann ich meine Freizeit leider selten nach meinem Geschmack gestalten. So kommt es an und ab vor, dass ich auch alleine am Tisch sitze und Lust auf ein Brettspiel habe.

Zum Glück haben die Spieleerfinder der heutigen Zeit diesen Trend zum Solospiel erkannt und es gibt inzwischen nicht wenige Spiele auf dem Markt, die man zwar mit mehreren Leuten hervorragend spielen kann aber auch alleine.

Besonders geeignet sind hierfür sogenannte Solitärspiele, bei denen zwar alle eine gemeinsame Vorgabe haben, aber kein bisschen interagieren. Bereits im letzten Jahr hatte ich mit Träxx ein solches Spiel vorgestellt und NBMR9 von Abacus trifft exakt den gleichen Nerv … wieder und wieder und wieder …
 

NMBR9 – erst in die Breite, dann in die Höhe bauen

Im Gegensatz zu vielen anderen Legespielen wird bei NMBR9 nicht nur in die Breite gebaut, sondern vornehmlich auch in die Höhe … vorausgesetzt man hat hierfür eine vernünftige Basis geschaffen.

Für jeden Spieler liegen 2x Zahlenplättchen von 0-9 bereit. Diese sind in kleine Quadrate (Pixel) unterteilt und sehen daher alle etwas unterschiedlich aus. Hinzu kommen eben diese Zahlen als Karten (ebenfalls doppelt vorhanden).

Der Spielablauf ist einfach erklärt:
Eine Karte wird aufgedeckt und alle Spieler puzzeln nun das entsprechende Plättchen-Pendant in ihre Auslage. Dies erfolgt solange, bis alle Karten einmal durchgespielt sind. Soll heißen die Zahlenplättchen 0 – 9 je 2x in der eigenen Auslage verbaut wurden.

NMBR9 Spielmaterial
Hierbei sind nur wenige Regeln zu beachten:

  1. Ein neues Plättchen muss mit mindestens einem seiner Felder an ein bereits ausliegendes Plättchen angrenzen (Zahlenseite nach oben versteht sich). Löcher zu Bauen ist ausdrücklich erlaubt!
  2. Man kann ein Plättchen aber auch auf andere Plättchen legen. Hierbei muss aber jedes Feld auf anderen Plättchen aufliegen (d.h. es dürfen keine Löcher überbaut werden). UND es muss auf mind. zwei verschiedenen Plättchen zum Liegen kommen. D.h. z.B. eine 9 auf eine 9 zu legen ist nicht erlaubt. Das gleiche gilt für die 8 auf der 9, sowie der 4 auf der 2 (die würden so nämlich super passen).

Ziel ist es nun möglichst viele Zahlenplättchen auf die höheren Ebenen zu bringen, denn nur die bringen Punkte. Und zwar pro Ebene einen Punkt multipliziert mit der Zahl auf dem Plättchen.
D.h. eine 7 auf der 3ten Ebene bringt 14 Punkte (die erste Ebene bringt nichts und dient lediglich dazu, die beste Basis für den Aufbau zu schaffen). Eine Null auf der 3ten Ebene zu platzieren ist somit sinnlos.

Wer nun am Ende des Spiels die meisten Punkte hat gewinnt die Runde … und dann geht’s wieder von vorne los.
 

NMBR9 – hätte auch LVL4 heißen können

Genauso abstrakt wieder Name mutet auch das Spiel selbst an. Dabei hätte NMBR9 locker auch LVL4 heißen können: Diese Eben nämlich zu erreichen ist gar nicht einfach und ich habe es selbst auch nur wenige Male geschafft. Alle Meister die auch die 5te Ebene geschafft haben, mögen doch bitte eine kurze eMail mit Beweisfoto an mich senden 😉

Obwohl die Vorgaben durch die gezogenen Karten absolut identisch sind entstehen bei den Mitspielern sehr unterschiedliche Konstrukte, was sich durchaus auch in den Punkten zum Schluss wiederspiegelt. Eine 9 auf der 3ten Ebene bringt ganze 18 Punkte. Wer diese dann ganz weit unten platzieren muss, der verschenk schon ganz schön viel.

Sicherlich ist so abstraktes Nebeneinanderhergepuzzle nicht jedermanns Geschmack. Insbesondere nicht für Spieler, die gerne ein wenig interagieren. Aber als Starter (Absacker) ist NMBR9 allemal geeignet und eben auch für alle Leute, die nach knoblerischen Herausforderungen suchen und sich dabei gerne mit anderen messen. Zudem haben solche Spiele den Charme, dass es nie langweilig wird. Stets sind alle Spieler am Zug, auch wenn der ein oder andere ein wenig länger nachgrübelt. Aber diese zusätzliche Zeit nehmen in der Regel alle in Anspruch ebenfalls nochmal über ihre Auslage nachzudenken und evtl. schon in die Zukunft zu planen.

Etwas schade finde ich, dass das Spiel in einer so unnötig großen Verpackung daherkommt. Klar ist es toll, dass alle Zahlenplättchen ihren eigenen Einsatz haben und auch sinnvoll. Aber die Höhe der Box ist doppelt so hoch wie sie sein müsste … und das nur wegen der Karten?! Ansonsten gibt es an der Ausstattung nichts zu meckern. Die Zahlenplättchen haben eine vernünftige Größe und sind auch sehr stabil. Lediglich beim Ineinanderstecken hakt es zu Beginn, aber das legt sich nach einigen Spielen.

NMBR9 macht süchtig … zumindest mich. Insbesondere solo geht es superschnell und kann in einer Ziptüte verstaut wirklich überall mit hingenommen werden. Alleine braucht man ja jedes Plättchen nur 2x + die Karten. Ein ums andere Mal versuche ich meine Punktezahl zu steigern und was die Kombos einzelner Plättchen angeht gibt es hier sicherlich eine kleine Lernkurve. Dennoch ist mit den Karten auch ein gehöriges Stück Glück dabei und wenn die hohen Zahlen gleich zu Beginn kommen ist kein Blumentopf zu gewinnen. Da macht dann das Spiel in größerer Runde Spaß, denn da schauen alle in die Röhre und dann wird es spannend, wer es dennoch schafft ein paar ordentliche Punkte einzufahren.

Um nochmal auf das eingangs erwähnte Träxx zu kommen: wer Träxx mag, der mach auch NMBR9. Spielt sich ähnlich aber halt doch auch wirklich anders.
 

Spieleinfo
Alter: 8+
Spieleranzahl: 1 – 4
Spieldauer: 20 min
Verlag: Abacus Spiele
Erscheinungsjahr: 2017

NMBR9 könnt ihr Euch gerne auch direkt bei Spielend einfach ausprobieren und kaufen.

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