Dieser verfluchte Tempel mit seinen vielen Tunneln. In Diamant von Iello wagt sich Runde für Runde der Expeditionstrupp in einen der fünf Tunnel, um dort nach großen und wertvollen Schätzen in Form von Rubinen und Diamanten zu suchen. Je mehr Spieler an dieser Suche teilnehmen, desto kleiner fällt jedoch die Ausbeute für jeden einzelnen aus. Und dann bleiben auch immer mal wieder Edelsteinchen liegen, die derjenige einkassiert, der zuerst den Rückzug antritt.

Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und so treibt es Euch immer tiefer in diesen verfluchten Tempel und mit jeder Falle treibt es Euch mehr den Angstschweiß auf die Stirn … aber eine Karte geht noch, da könnte ja doch noch was Wertvolles um die Ecke liegen. Und BUMM – Dumm gelaufen: da sind sie wieder diese giftigen Schlangen. Und weil ihr die jetzt zum zweiten Mal seht, lasst ihr alle bis dato erbeuteten Schätze fallen, nehme die Beine in die Hand und rennt so schnell ihr könnt zurück zum Ausgang.

… Genauso fühlt sich jede Runde von Diamant an und Zockerherzen schlagen höher.
 

Diamant – Weiter geht’s oder doch besser wieder raus?

Die Regeln von Diamant sind – genau wie bei For Sale von gleichen Verlag – wieder sehr einfach.

Diamant geht über insgesamt fünf Runden, in denen der Tempel mit seinen Schätzen erforscht werden will. Jede Runde werden Expeditionskarten von einem verdeckten Stapel aufgedeckt. Diese stellen den Weg in die Tiefen des Tempels dar. Die Karten zeigen entweder Tunnelteile mit Rubinen (1 – 17), Fallen (5 verschiedene zu Beginn je 3 Mal vorhanden) oder Relikte (insgesamt 5 verschiedene).

Diamant Spielkomponenten
Zu Beginn jeder Runde wird eine der Karten aufgedeckt:

  • Zeigt die Karte Rubine, werden diese gleichmäßig auf die Expeditionsteilnehmer aufgeteilt, der Rest bleibt zunächst auf der Karte liegen.
  • Relikte werden ausgelegt.
  • Bei einer Fluchkarte passiert zunächst nichts.

Danach entscheiden sich alle Mitspieler geheim, ob sie weiter in den Tempel vordringen oder doch lieber ins Expeditionscamp zurückkehren wollen. Hierzu erhält jeder Spieler zu Beginn 2 Karten. Auf der einen ist das Camp abgebildet, auf der anderen der dunkle Tunnel.

Teilnehmer, die zurückkehren, beenden die für sich die aktuelle Runde und sammeln liegengelassene Rubine ein. Aber auch hier gilt: diese müssen unter allen Rückkehrern gleichmäßig aufgeteilt werden. Relikte darf nur mitnehmen, wer in alleine den Rückzug antritt. Alle eingesammelten Rubine verschwinden in der eigenen Schatzkiste, Relikte werden danebengelegt und die Spielfigur für alle sichtbar auf dem Expeditionscamp platziert. Für die ersten 3 eingesammelten Relikte im Spiel gibt es jeweils 1 Diamant (genauso wertvoll wie 5 Rubine), für die letzten zwei jeweils zwei.

Alle anderen Mitspieler erforschen den Tempel weiter und es wird die nächste Karte aufgedeckt. Rubine werden verteilt und Relikte ausgelegt. Erscheint jedoch ein bereits ausliegende Fluchkarte erneut, dann haben die noch teilnehmenden Spieler Pech. Sie verlieren alle bis dahin gefundenen Schätze und gehen in dieser Runde leer aus.

Die zweite ausgelegte Fluchkarte landet verdeckt auf einem Ablagestapel, ebenso nicht eingesammelte Relikte. Der Rest der offen ausliegenden Karten wird wieder in den Kartenstapel gemischt und eine neue Runde beginnt.

Nach 5 Runden werden die Rubine und Diamanten aus den Schatzkisten gezählt und wer dann die meisten Schätze (=Punkte) gesammelt hat gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler mit den meisten eingesammelten Relikten.
 

Diamant – Ein Plättchen geht noch!

Von Diamant habe ich das erste Mal vor ca. 1 1/2 Jahren über einen englischen Brettspiel-Beitrag erfahren. Da ich ein großer Fan sogenannter Push-Your-Luck Spiele bin, war ich auch an diesem Spiel direkt mehr als interessiert. Jedoch war Diamant (engl. Incan Gold) zu dieser Zeit hier in Deutschland nur schwer erhältlich und ich übte mich in Geduld.

Vor einigen Wochen nun (kurz vor Erscheinen der deutschen Iello-Ausgabe) wurde Incan Gold auf Boardgamearena.com als neues Spiel aufgenommen und so hatte ich die Gelegenheit diese kleine Perle inzwischen schon sehr oft online zu spielen. SUCHT!!! Selten gab es ein Spiel, bei dem ich mich online so geärgert und gefreut habe. Und auch keines, bei dem die Kommunikation über Chat-Kanäle so witzig war. Jeder glückliche Zug wird kommentiert und so kann ich es kaum erwarten Diamant auch endlich mal im Freundeskreis öfter auf den Tisch zu bringen.

Diamant ist erneut optisch auf hohem Niveau, auch wenn die Tunnelteile selbst grafisch nicht sonderlich abwechslungsreich sind. Die Schatzkisten für die Aufbewahrung der Diamanten sind nach dem erstmaligen Zusammenbau sehr stabil und können problemlos in der Spielschachtel gelagert werden. Auch die Diamanten (weiß) und Rubine (rot) sind wirklich ein Hingucker. Auch wenn man die Steinchen hin und wieder eintauschen muss (da hätten doch ein paar mehr Rubine in der Verpackung nicht geschadet).
Leider sind auch bei Diamant die Spielkarten an sich wieder relativ dünn und es muss sich zeigen wie viele Partien sie unbeschadet überstehen. Das lässt sich hier jedoch ganz gut verschmerzen, denn in der Hand halten muss man diese zum Glück nicht.
Die Regeln sind nach dem ersten Spiel verinnerlicht und wer doch nochmal nachschauen will, für den liegt eine Spielübersicht in sehr stabiler Pappe bei.

Gerade in großen Gruppen ist es unmöglich stets den Punktestand aller Mitspieler im Auge zu behalten, aber es schadet nicht die führenden Spieler genau zu beobachten. Der richtige Riecher zur richtigen Zeit und man kann noch in Runde 5 das Blatt komplett wenden. Vorausgesetzt man scheut das Risiko nicht und krallt sich so vielleicht noch fette Beute.

In der richtigen Gruppe macht Diamant süchtig. Und es gibt nur wenige Spiele die sich so gut mit drei aber auch mit acht Spieler spielen lassen. Denn es treffen immer alle gleichzeitig ihre Entscheidung, wobei eine Entscheidung über Rückzug oder Weitergang nicht einfach so getroffen werden sollte. Oft lohnt sich das Risiko weiterzumachen. Gleichzeitig kann die Schadenfreude aber auch enorm groß sein, wenn man als einziger aus einem Tunnel zurückgekehrt ist und alle anderen die zweite Fluchkarte sehen und alles verlieren. Selbst, wenn man aus einer Runde ausgestiegen ist, ist es spannend die anderen Spieler zu beobachten und darauf Schlüsse für Folgerunden abzuleiten.

Dennoch spielt sich Diamant zu dritt anders als zu acht. Wer bei acht Leuten als letzter im Tunnel noch 15 Diamanten findet hat das Spiel schon so gut wie gewonnen. Macht aber nichts! Da Diamant echt flott gespielt ist, bleibt es dann meistens auch nicht nur bei einer Partie.

Wer Spiele für große Gruppen sucht, sollte sich dieses kleine Spielchen auf jeden Fall zulegen. Schnell erklärt und schnell gespielt und jeder der Spaß am Zocken hat wird es lieben!

Vielen Dank an die Pressestelle von Hutter/Iello für die Bereitstellung eines Diamant-Rezensionsexemplars!
 

Spieleinfo
Alter: 8+
Spieleranzahl: 3 – 8
Spieldauer: 20 min
Verlag: Iello/Hutter
Erscheinungsjahr: 2017

Diamant habe ich natürlich auch direkt in mein Spielend einfach Programm aufgenommen. Also gerne mal in Breisach vorbeischauen und beraten lassen!!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *