Zeitgleich zu Stone Age Junior ist auf der Nürnberger Spielwarenmesse ein weiteres Lauf- und Sammelspiel mit Memokomponente auf den Markt gekommen: Bauboom.  Optisch macht das Spiel schon einiges her und alle Teile liegen auch direkt losspielfertig bereit.

Beworben wird das Spiel mit “Gut zusammen spielbar für Groß und Klein“.Ob das so stimmt erfahrt Ihr in der nun folgenden Rezension.

Bauboom – mit der Schubkarre zum Ameisenhügel

Im Kinderspiel Bauboom will jeder Spieler als erster einen Ameisenhügel in Form einer Pyramide errichten. Hierzu werden Bausteine in 4 Farben (gelb, rot, blau und grün) benötigt, die zunächst über einen Rundparcours eingesammelt werden müssen.

Das Spiel ist schnell aufgebaut. Zunächst werden die reichlich vorhandenen Papp-Bausteine gemischt und auf dem Spielplan (Ameisenstraße) platziert. Die restlichen Bausteine werden verdeckt in einem großen Container bereitgelegt. Jeder Spieler erhält einen eigenen individuellen Ameisenhügel und eine Schubkarre und schon geht es los.

Um die Schubkarre die Ameisenstraße entlang zu bewegen, wird mit zwei Würfeln gewürfelt. Der Spieler darf sich für eine der gewürfelten Werte entscheiden oder für die Summe aus beiden und seine Schubkarre entsprechend viele Felder vorbewegen. Auf dem Zielfeld angekommen, darf man entscheiden, ob man den ausliegenden Baustein in die Schubkarre einladen möchte oder nicht. Danach folgt der nächste Spieler.

Bauboom Spielmaterialien

Der Clou an der Sache: gesammelte Bausteine müssen verdeckt eingeladen und transportiert werden und zwar bis zum Baufeld am Ende/Anfang des Parcours. Erst dort dürfen die gesammelten Bausteine im Ameisenhügel verbaut werden – und zwar von unten nach oben. Wer einen Fehler macht und einen der gesammelten Bausteine nicht auslegen kann, der muss diesen zurück in den Container legen und verliert zusätzlich noch einen bereits ausgelegten Baustein.

Neben den normalen wartet der Parcours mit Sonderfeldern auf:

  • Beim Marienkäfer muss man den ausliegenden Baustein nehmen und noch ein zusätzlichen aus dem Container.
  • Die Ameisenbären stibitzen einem den letzten gesammelten Baustein – und das kurz vor Erreichen des Baufeldes.

Hinzu kommt noch die Schubserei: landet man mit seiner Schubkarre auf einem Feld, auf dem bereits eine andere Schubkarre steht, so wird diese einfach ein Feld weiterbewegt. Deren Besitzer muss anschließend den ausliegenden Baustein einpacken (falls vorhanden). Das kann gut aber auch sehr böse für deren Besitzer enden.

Hat man es endlich bis zum Baufeld am Ende/Anfang des Parcours geschafft, dürfen die gesammelten Bausteine mit oben erwähnter Einschränkung verbaut werden und auch jetzt erst werden freigewordene Felder auf der Ameisenstraße wieder aufgefüllt.

Wer auf diese Weise zuerst seine Pyramide vervollständigt hat, hat das Spiel sofort gewonnen.
 

Bauboom hat alle Erwartungen erfüllt – da spielt man auch als Eltern gerne mit

Beworben wird Bauboom mit “Gut zusammen spielbar für Groß und Klein”. Dem kann ich mich nur anschließen. Oft spielt man als Elternteil absichtlich schlecht um das Kind auch mal gewinnen zu lassen – das kann man sich hier sparen:

  • Die Ameisenhügel liegen in 2 Versionen vor: eine Seite hat gerade mal 10 Felder, auf der Rückseite sind es 15 Felder, die es aufzubauen gilt.
  • Die Spielregel liefert neben der eigentlichen Spielvariante noch eine weitere Empfehlung für jüngere Kinder. In dieser Variante dürfen die Bausteine direkt in die Pyramide verbaut werden und müssen nicht erst in der Schubkarre bis zum Baufeld transportiert werden.

Bauboom hat mich mehr als positiv überrascht.
Die erste Überraschung erwartet einen direkt beim Auspacken: alle Spielelemente sind bereits ausgestanzt bzw. zusammengesteckt. Es kann also direkt losgespielt werden. Dabei hilft auch der mitgelieferte Schnelleinstieg, der einen ersten Überblick zum Spiel liefert. Bei Detailfragen kann man zusätzlich noch einen Blick in die ausführliche Regel werfen.

Das Spiel ist einfach erklärt und schnell gespielt und hat doch so seine Tücken. Entscheide ich mich stets für höhere Zahlen um weniger einzusammeln und zu verbauen oder sammle ich doch eher gemütlich meine Steinchen ein – vorausgesetzt ich kann mir merken, was noch fehlt.
Als Elternteil bin ich da durchaus gefordert und habe es bis dato in der Kombination 10teiliger Spielplan vs. 15teiliger Plan noch nicht geschafft meine Tochter zu schlagen.

Die Grafik des Spiels spricht Kinder eindeutig an und das Spielmaterial hat (wenn auch nur aus Pappe) einen hohen Aufforderungscharakter.
Interessant auch zu sehen, dass ein Spielplan nicht immer quadratisch-praktisch-gut sein muss. Durch Aussparungen in der Mitte und für den Container setzt alleine schon der Spielplan ein optisches Highlight.
Auch die Spielvarianten lassen sich hervorragend mischen. Bereits beim ersten Spiel mit der Juniorvariante wollte meine Tochter wissen, wozu denn die Schubkarren seien. Fortan haben wir mit einer eigenen Variante gespielt – eine Kombination aus Normalspiel und Juniorvariante, bei der meine Tochter die Bausteine offen in ihre Schubkarre legen durfte.

Lediglich den Titel finde ich ein wenig abschreckend. Irgendwie hört sich das Ganze nicht nach Ameisenhügel an, auch wenn es aus Marketingaspekten sinnvoll ist einen eher “marktschreierischen” Titel zu wählen. Auch hätte ich mir statt Bausteinen in 4 verschiedenen Farben eher was ameisenmäßigeres wie Blätter, Äste, Steinchen, Nadeln vorgestellt. Das wäre dann thematisch stimmiger geworden.

Wenn ich nun Bauboom mit Stone Age Junior vergleiche, muss ich sagen, dass mir Bauboom einen Tick besser gefällt. Das Material mag nicht so aufwendig sein, dafür kostet das Spiel aber direkt auch 10 € weniger. Bei diesem Spiel habe ich auch als Erwachsene nie das Gefühl mich zurücknehmen zu müssen und das Zusammenspiel mit älteren Kindern klappt auch besser. Spannend wird es zu sehen, was passiert, wenn man zu viert spielt und durch die Schubserei eine regelrechte Kettenreaktion herbeigeführt werden kann. Habe ich noch nicht versucht, wird aber sicherlich bei einem der nächsten Treffen mit anderen Kindern ausprobiert.

Dachte ich zunächst nur, Bauboom sei ein weiteres einfaches Laufspiel, so haben mich doch die unterschiedlichen Varianten und Baupläne total überzeugt. Je öfter ich Bauboom spiele, desto besser gefällt es mir und ich kann es daher nur jedem weiterempfehlen.

Dank seiner tollen grafischen Usetzung war Bauboom im Jahr 2016 übrigens zum Graf Ludo (Spielegrafikpreis) nominiert.
 

Spieleinfos

Alter: 5+
Spieleranzahl: 2 – 4
Spieldauer: ~ 20 min
Verlag: Amigo
Erscheinungsjahr: 2016

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *